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Erbaut wurde die Kyburg im 10. Jahrhundert, aber bereits 1027 zerstört in den kriegerischen Ereignissen zwischen Kaiser Konrad II und dem Herzog Ernst von Schwaben mit seinem Helfer Graf Werner. Sie muss damals wohl lediglich eine Fluchtburg gewesen sein, ohne Vorburg.
Der Name "Chuigeburch" mag soviel wie "Kühburg" geheissen haben. Als sie dem Geschlecht der Grafen von Kyburg - einem Zweig der Grafen von Dillingen - zum festen Wohnsitz wurde, entstand mit dem Ausbau der Burg auch die erste Siedlung, die erstmals zwischen 1262 und 1264 erwähnt wird. Schon damals gehörten ein Bierhof und in dessen Nähe eine Mühle dazu. Wahrscheinlich herrschte in kyburgischer Zeit eine städtische Organisationsform vor. Immerhin wird 1317 ein Cuonrat Bierbrouwe als Schultheiss bezeichnet.
Nach dem Aussterben der Grafen von Kyburg erbte Graf Rudolf von Habsburg die Kyburg; er bewahrte darin die Reichskleinodien auf. 1424 wurden Burg und Grafschaft an Zürich verpfändet, und 1499 ging beides dann in den dauernden Besitz der Stadt Zürich über. Im Alten Zürichkrieg erlitt die Vorburg offenbar so schwere Schäden, dass sie nicht mehr als wehrhaftes Städtchen, sondern als offenes Dorf aufgebaut wurde.
Von 1452 bis 1798 war das Schloss Kyburg Sitz der weitaus grössten und bedeutendsten Zürcher Landvogtei. Für beinahe alle Zürcher Bürgermeister war die Verwaltung der Landvogtei die Vorstufe zum höchsten Staatsamt. Kaum ein bedeutender stadtzürcher Name fehlt auf der langen Liste der 59 Würdenträger. Kyburg hatte, als Hauptort der Herrschaft, die hohe und die niedere Gerichtsbarkeit sowie das Marktrecht inne.
An St. Georgen (23. April) und am Judastag (28. Oktober) war Jahrmarkt, am Dienstag jeweils Wochenmarkt; beide Märkte wurden erst im 18. Jahrhundert aufgegeben. 1671 wurde auch die Kanzlei des Oberamtes Pfäffikon nach Kyburg verlegt, weil wegen der dortigen Missstände allzu viele Reklamationen beim Landvogt eingingen.
Als 1798 mit dem Zusammenbruch der alten Eidgenossenschaft und der Ausrufung der helvetischen Republik die alten Machtstrukturen zerschlagen und die Landvogteien aufgehoben wurden, gingen dem Städtchen auch alle Privilegien verloren. Die Gemeinde wurde dem Distrikt Fehraltorf zugeteilt, in der Restauration wurde der Ort nochmals Sitz des Oberamtes Kyburg. Seit 1831 gehört Kyburg zum Bezirk Pfäffikon. Die letzten Amtsstuben waren in der Alten Landschreiberei zu finden; bis zum Umzug nach Illnau im Jahr 1866 wurde dort das Notariatswesen erledigt.
Eine wechselhafte Geschichte erlebte in den Jahren darauf das Schloss. Zuerst wurde es vom Kanton an zwei Winterthurer zum Abbruch verkauft. 1835 erwarb es der polnische Graf Sobanski, und nach dessen Tod im Jahr 1865 der Winterthurer Oberstleutnant Pfau, der darin eine grosse Gemäldesammlung einrichtete. Nach seinem Hinschied fand sich lange Zeit kein Käufer, bis 1889 der in Südamerika zu Reichtum gekommene Eduard Bodmer aus Oetwil am See das Schloss kaufte. 1917 ging es von den Erben Bodmer an den Kanton Zürich über, der die ganze Anlage mit Unterstützung der Städte Zürich und Winterthur sowie der Eidgenossenschaft 1925 einer gründlichen Renovation unterzog und heute noch Eigentümer ist.